FAQ Integrationsunternehmen

Was ist ein Integrationsunternehmen?

Integrationsunternehmen sind Unternehmen des Allgemeinen Arbeitsmarktes, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen am allgemeinen Wettbewerb teilnehmen. Sie haben sich dazu verpflichtet, mindestens 30 % ihrer Arbeitsplätze Menschen mit Behinderungen zur Verfügung zu stellen, um somit Inklusion durch Arbeit aktiv zu fördern. Andere Wirtschaftsunternehmen müssen nur 5 % ihrer Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen vorhalten.

Was unterscheidet ein Integrationsunternehmen von einer Werkstatt für behinderte Menschen?

Eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) ist eine Einrichtung zur Eingliederung von Menschen mit Behinderungen in das Arbeitsleben. Die Beschäftigten einer Werkstatt für behinderte Menschen erlangen nur einen arbeitnehmerähnlichen Rechtsstatus, der sie z.B. vom Mindestlohn ausschließt. In eine WfbM kann nur derjenige aufgenommen werden, der wegen körperlicher, geistiger oder psychischer Beeinträchtigungen dem Allgemeinen Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung steht. Menschen die weniger als 3 Stunden arbeiten können, haben ein Recht auf einen Werkstattplatz. Da es kaum möglich ist in einer WfbM ein existenzsicherndes Arbeitsentgelt zu verdienen, erhalten die meisten Beschäftigten ergänzend eine Grundsicherung.

In einem Integrationsunternehmen arbeiten Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam auf dem Allgemeinen Arbeitsmarkt. Sie gehen einer Beschäftigung nach, die ihren Kenntnissen und Qualifikationen entspricht und erhalten dafür ein monatliches Gehalt. Nach dem Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns, müssen alle Arbeitnehmer seit dem 1. Januar 2015 wenigstens den gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 8,84 € erhalten. Das gilt auch für alle Beschäftigten eines Integrationsunternehmens. Die Teilhabe am Allgemeinen Arbeitsmarkt ist für Menschen mit Behinderungen wichtig. Um noch mehr Menschen den Allgemeinen Arbeitsmarkt zu öffnen, wurden die Rahmenbedingungen für Integrationsunternehmen vorteilhaft gestaltet.

Arbeiten in einem Integrationsunternehmen nur Menschen mit Behinderung?

Inklusion entsteht durch die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen. Somit arbeiten in einem Integrationsunternehmen Menschen mit und ohne Behinderung miteinander. Dabei bringen sich die Mitarbeiter ihren Kenntnissen entsprechend in ein Team ein, um gemeinsam am Erfolg des Unternehmens zu arbeiten.

Warum ist Inklusion durch Arbeit so wichtig?

Eine inklusive Arbeitswelt, wie sie die Regierung nach eigenem Bekunden anstrebt, bedeutet insbesondere einen gleichberechtigten Zugang zu Arbeit und Beschäftigung. Eine zentrale Forderung der UN-Behindertenrechtskonvention ist daher die Öffnung des Allgemeinen Arbeitsmarktes für alle Menschen mit Behinderung.

Für viele Menschen ist Arbeit wichtig, um ein glückliches Leben zu leben. Die berufliche Tätigkeit sichert die finanzielle Existenz und gibt den Menschen die Möglichkeit, einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Je mehr Menschen auf dem Allgemeinen Arbeitsmarkt tätig werden, umso besser ist das für die Entwicklung der gesamten Gesellschaft.

Leider finden viele Menschen mit Behinderung trotz ausreichender Qualifizierung keine Arbeit. Integrationsunternehmen bieten die notwendigen Strukturen, um selbst Menschen mit Schwerstmehrfachbehinderung eine Arbeit auf dem Allgemeinen Arbeitsmarkt anzubieten.

Seit wann gibt es die Lebenshilfe Erfurt SERVICE gGmbH?

Die Lebenshilfe Erfurt SERVICE gGmbH wurde 2004 als Integrationsunternehmen gegründet, um Menschen mit Behinderung attraktive Arbeitsplätze auf dem Allgemeinen Arbeitsmarkt anzubieten. Derzeit sind in unserem Integrationsunternehmen etwa 140 Menschen beschäftigt, davon sind mehr als die Hälfte Menschen mit Behinderung. Damit bilden wir das größte Integrationsunternehmen in Thüringen!

Welche Leistungen erbringt die Lebenshilfe Erfurt SERVICE gGmbH?

Die Lebenshilfe Erfurt SERVICE gGmbH arbeitet als gemeinnütziges Unternehmen nach wirtschaftlichen Grundsätzen. Die Leistungen unserer Serviceteams orientieren sich an den Kundenbedürfnissen. Unser Leitsatz lautet: „Ohne uns geht´s nicht – Service ist uns wichtig.“ Unsere Serviceteams erbringen eine Vielzahl an Leistungen für den Lebenshilfe Erfurt e.V. und weitere Kunden und Klienten der Stadt Erfurt. Detaillierte Informationen erhalten Sie unter: Unsere Serviceteams

Wie finanziert das Integrationsunternehmen die Arbeitsplätze?

Als Wirtschaftsunternehmen unterliegt die Lebenshilfe Erfurt SERVICE gGmbH den Regeln der sozialen Marktwirtschaft. Seit der Gründung unseres Integrationsunternehmens verzeichnen wir ein stetiges Wachstum, das vor allem durch die Arbeit unserer engagierten MitarbeiterInnen möglich wurde. Die Rahmenbedingungen für Integrationsunternehmen unterstützen uns zusätzlich in unserer Personalpolitik. Denn unser wichtigstes Anliegen lautet stets: mehr Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung schaffen.

Unternehmen die mehr als 20 MitarbeiterInnen beschäftigen, sind gesetzlich dazu verpflichtet, mindestens 5 % der Arbeitsplätze durch Menschen mit Behinderung zu besetzen. Erfolgt dies nicht, müssen Sie monatlich einen Betrag, die so genannte Ausgleichsabgabe, zahlen. Die Finanzierung der Arbeitsplätze für unsere MitarbeiterInnen mit Behinderung wird durch die Mittel der Ausgleichsabgabe gefördert.

Das neue Bundesteilhabegesetz wird die Entwicklung unseres Integrationsunternehmens unterstützen und die Teilhabe an Bildung und Arbeit durch das Budget für Arbeit fördern. Es wird perspektivisch bei Mehrfachschwerbehinderung eine Arbeitsassistenz finanzieren.

Bietet das Integrationsunternehmen der Lebenshilfe auch eine Ausbildung für Menschen mit Behinderung an?

Ein Großteil der Schüler einer Förderschule erhalten nach Abschluss der Schulzeit keinen Ausbildungsplatz. Oftmals folgt die Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen. Arbeitslosigkeit und eine Aneinanderreihung von Maßnahmen zur Integration in den Arbeitsmarkt sind weitere Folgen.

Unser Integrationsunternehmen möchte Schülern aus Förderschulen eine langfristige Perspektive auf dem Allgemeinen Arbeitsmarkt bieten! Ab dem 01.09.2017 startet unsere duale Ausbildung zum Fachpraktiker für personale Dienstleistungen. Unsere Ausbildung ist durch theoriegeminderte Inhalte besonders für Menschen mit einer geistigen Behinderung geeignet. Um die Interessen unserer Auszubildenden auch in den inklusiven Berufsschulklassen zu stärken, werden alle Auszubildenden von einem Jobcoach unterstützt.

Unser Integrationsunternehmen hat Sie begeistert und Sie suchen nach einer neuen beruflichen Herausforderung? Hier können Sie sich bewerben!