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Demokratie braucht Inklusion

Jürgen Dusel im Dialog mit Thüringens größter Inklusionsfirma

Erfurt. Das Wahlergebnis der Thüringer Landtagswahl ist in aller Munde. Nach vier Jahren Rot-rot-grüner Koalition wurden die Karten in Thüringen neu gemischt. Rund 75 % der Bevölkerung haben ihre Stimme für eine demokratische Partei abgegeben. Der Rest der Bevölkerung hat sich für die AfD in Thüringen entschieden. Auch die Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen führten zu einem ähnlichen Ergebnis.

Die Lebenshilfe Erfurt ist angesichts dieser tiefen Spaltung der Gesellschaft in den ostdeutschen Bundesländern besorgt. Das Unternehmen setzt sich seit 30 Jahren für die Interessen von Menschen mit Behinderung ein und hat der Inklusion in Erfurt ein Gesicht gegeben. Das Inklusionsunternehmen lud am 29. Oktober zu einem Dialog über Inklusion und Demokratie in die Caponniere in den egapark ein.

Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel (SPD) und wichtige Vertreter aus dem Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, das Integrationsamt und der Agentur für Arbeit machten sich vor Ort ein Bild von gelingender Inklusion. Denn in dem Restaurant Caponniere im egapark arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung ganz selbstverständlich zusammen.

Die betrieblichen Ausbildungen im dualen System für Menschen mit Behinderung sichern in den kommenden Jahren die Fachkräfte in den Dienstleistungsbereichen der Lebenshilfe Erfurt. Ein Erfolgskonzept, dass sich durchgesetzt hat! Die 2019 von der Freudenberg Stiftung prämierte Ausbildung zum Fachpraktiker für personale Dienstleistungen ist eine theoriegeminderte Ausbildung für junge Menschen mit Behinderung. Die Auszubildenden werden in den Bereichen Pflege und Hauswirtschaft zu Hilfskräften ausgebildet. Das kann auch eine Lösung für den Fachkräftemangel im Pflegebereich sein. Denn die Fachkräfte für personale Dienstleistungen können Pflegefachkräfte wirksam in der Betreuung der Patienten entlasten. So bleibt am Ende des Tages auch mehr Zeit und Zuwendung für den Patienten!

Für die jungen Menschen eröffnet sich nach dem Abschluss auf der Förderschule mit diesem Ausbildungsweg eine echte Alternative zur Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Denn die Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ist ein wichtiger Schritt für mehr Selbstvertrauen und Selbstständigkeit. „Damit ist die Lebenshilfe Erfurt im Bereich der Inklusion ein echter Trendsetter.“ so Jürgen Dusel (SPD). Der Bundesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, betonte: „Die Demokratie braucht die Inklusion. In Zeiten politischer Umbrüche und gesellschaftlicher Spaltung ist es wichtig, sich engagiert für Menschen mit Behinderung einzusetzen. Das ist eine Herzensangelegenheit und eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe! Und Inklusion braucht Demokratie.“.

Die Vertreter der Dialogrunde wollen sich dieser Aufgabe gemeinsam stellen.  Auch auf bundespolitischer Ebene sollen die Rahmenbedingungen für die Anstellung von Menschen mit Behinderung in den kommenden Jahren noch verbessert werden. Im Gespräch sind weitere Unterstützungsmöglichkeiten für Unternehmen, die Menschen mit Behinderung auf dem Allgemeinen Arbeitsmarkt anstellen wollen. Diese könnten auch durch eine Erhöhung der Ausgleichsabgabe finanziert werden, die diejenigen Unternehmen leisten müssten, die keinen einzigen Menschen mit Behinderung anstellen wollen.

Herr Dusel und Herr Kintscher reden über Inklusion und Arbeit.
Bild: Lebenshilfe Erfurt

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