Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen

Inklusionsmonitor 2020

Heute ist wieder der internationale Tag der Menschen mit Behinderung. Ein sehr wichtiger Tag, an dem Menschen mit Behinderung in das Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt werden um zu reflektieren, wo wir gesamtgesellschaftlich stehen. Schon zum 5. Mal hat der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung, Joachim Leibiger, den Inklusionsmonitor 2020 vorgestellt. Dazu wurden 1042 Menschen mit und ohne Behinderung befragt, wie sie Menschen mit Behinderung im Alltag begegnen und welche Auswirkungen die Corona-Pandemie hatte.

Aus der Umfrage resultiert ein ganz klarer Handlungsauftrag an die Gesellschaft und die Politik: Wenn der Menschheit große Herausforderungen bevorstehen, wie in diesem Jahr die Corona-Pandemie, darf das Interesse für die Belange von Menschen mit Behinderung nicht weniger werden. Anhand der aktuellen Zahlen des Inklusionsmonitors kann man erkennen, dass die Wertschätzung der Gesellschaft für Menschen mit Behinderung im Vergleich zum Vorjahr abgenommen hat und das Gesamtinteresse nachgelassen hat.

Hier wird ein direkter Zusammenhang zur Corona-Pandemie gesehen, in der auch die Politik die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung nicht priorisiert hat. In Anbetracht der dynamischen Gesamtlage ist das aber verständlich. In den ersten Wochen der Pandemie, in denen wir noch nicht viel über das Virus wussten, ging es vor allem um schnelle Entscheidungen. In diesem Zuge wurden auch die Werkstätten für Menschen mit Behinderung gänzlich geschlossen.  Eine Entscheidung, die aus heutiger Sicht falsch war. Denn viele Menschen waren monatelang zum Teil allein zuhause und isoliert. Hier war die Corona-Pandemie ein Impuls gegen die Inklusion.

Die befragten Menschen mit Behinderungen haben sich auch gewünscht, dass im März 2020 nicht genug auf die Gefahren durch das Coronavirus hingewiesen wurde und nicht alle Menschen mit Handicap undifferenziert zur Risikogruppe gezählt werden sollten. Es hat sich auch gezeigt, dass therapeutische Förderangebote auch in einer Pandemie fortgeführt werden sollten, wenn das individuelle Hygienekonzept dies ermöglicht.

Auch in Punkto Barrierefreiheit wird noch Verbesserungspotenzial gesehen: z.B. in Bauprojekten, in öffentlichen Einrichtungen wie Schule, Kita und Ämtern; auf Websites z.B. mit Leichter Sprache, in allen Bereichen der Mobilität; Prämien für barrierefreie Umrüstung von Autos. Insgesamt soll sich die Barrierefreiheit im Alltag erhöhen, um echte Inklusion zu ermöglichen.

Eine wichtige Bitte hat der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung zum Schluss noch formuliert. Lobbyisten die sich beständig für die Interessen von Menschen mit Behinderung einsetzen, sollen gerade in diesen Tagen lauter sprechen. Denn nur dann kann es uns gemeinsam gelingen, dass wir in der Pandemie nicht übersehen und überhört werden. Diese Herausforderung nehmen wir als Lebenshilfe Erfurt gerne an!

Verlinkung zum Inklusionsmonitor 2020 folgt

Zurück